Heute wissen wir: Farben beeinflussen uns und wirken
auf die Stimmung. «Der Wirkung von Farben
kann sich keiner entziehen», stellt Psychologe
und Farbtherapeut Dr. Justus Brehmer fest. «Jede
Farbe
hat ihre individuelle Strahlungsenergie, die blitzschnell
in Nervenimpulse umgewandelt und zum Gehirn
geleitet wird. Hier löst sie Reaktionen aus,
die uns beeinflussen, ohne dass wir es merken.»
In der Farbpsychologie steht Weiss für Sterilität,
Sauberkeit, Reinheit, Jungfräulichkeit und Tod.
Nicht
zufällig ist das Leichentuch weiss. Weiss interpretiert
man als unnahbar und empfindsam. Weiss gehört
der Kälte an. Weiss dient aber auch als Symbol
der Sauberkeit und Hygiene und darum sind Spitäler
und Arzteinrichtungen oft weiss eingerichtet. Die
Chinesen haben Weiss schon vor dem 5. Jahrhundert
v. Chr.
dem Herbst/Winter (Vergänglichkeit) und Metall
(Härte) zugeordnet.
Ganz anders ist es mit Farben. Blau steht für
das Element Wasser und symbolisiert Ruhe, Entspannung
und Ausgeglichenheit. Grün ist die Grundfarbe
der Natur und symbolisiert Wachstum, Heilung und Harmonie.
Orange ist das Symbol der Lebensfreude und Inspiration.
Heinrich Frieling meint in seinem Buch „Mensch
und Farbe: «Es ist bekannt, dass warme Farben
des Lichtes
uns in einen Zustand versetzen, der der Aufbauarbeit
unserer Energien dienlich ist, wogegen weisse Farbe
sehr kühles Licht ausstrahlt, das zwar hellwach
macht, aber auch dazu beiträgt, dass die gesammelten
Energien verbraucht werden.»
Ein kranker Mensch ist unsicher, verletzbar und schwach.
Nun kommt er in diesem angeschlagenen Zustand
in eine kalte, von Weiss und Chrom dominierte Umgebung
und wird noch zusätzlich von weiss bekittelten
fremden Leuten befingert. Und wie wenn das noch nicht
genug wäre, er wird noch in ein weisses Patienten-hemd
gesteckt, das ihn erst recht krank und unvorteilhaft
aussehen lässt. Und so sollte er möglichst
schnell gesund werden? |